Impressionen aus Berlin

Berlin. Hauptstadt. Ein geschichtsträchtiger Ort.
Heut bin ich mal wieder dort. Das bin ich so ca. ein bis zwei mal im Monat, aus beruflichen Gründen. Doch ob man es glaubt oder nicht: Zu Sightseeing komm ich hier selten.
Und nun sitz ich im Cancun (die übrigens ein ziemlich leckeres Essen zubereiten; wenn auch nicht gerade zu Niedrigstpreisen) und schreibe über die Eindrücke, die ich bei einem kurzen Sightseeing gewonnen habe.

Britsche Botschaft in Berlin

Begonnen habe ich meine kurze Tour an der britischen Botschaft. Das Gebäude spricht für sich selbst. Ziemlich imposant, wie ich finde.

Von dort ist es ein Katzensprung zum Brandenburger Tor, von dem es schon genug Bilder gibt, so dass meines nicht mehr wirklich interessant ist. Dort, am Pariser Platz, habe ich erst mal einen Dunking Donots aufgesucht und mich mit Kaffee und Donots versorgt. Bei der Suche nach einem Sitzplatz fand ich eine Bank auf der ein älterer Herr und eine ältere Dame saßen. Auf die Frage hin, ob ich mich setzen könne, sagte man mir, dass ich das könne und die ältere Dame räumte so gleich die Bank, was mich etwas irritierte. Ich erklärte ihr, dass ich sie nicht verscheuchen wollte und das die Bank ja genug Platz für uns Drei bot. Eigentlich wollte ich ja auch einfach vermeiden wollen jemandem den Platz zu nehmen, der gerade abwesend war. Sie versicherte mir daraufhin, dass sie verabredet sei und es nicht an mir lag.
Mit dem Mann kam ich hingegen ins Gespräch. Er fragte mich ob ich „zum Urlaub“ in Berlin sei und war peinlich berührt davon, mich unterschätzt zu haben, als ich ihm sage, dass dem nicht so ist. Wir unterhielten uns über Dies und Das. Über mein Alter, dass es ja möglich sei mit 25 bereits ein Studium beendet hätte und das man stolz sein könne, wenn man in meinem Alter bereits etwas erreicht hätte. Besser als Hartz 4 und so. Er erzählte mir von seinem Adoptivkind, paraguyanischer (schreibt man das so?) Herkunft, das mit seinen 27 etwas Schwierigkeiten hätte Fuß zu fassen.
Am Ende des Gesprächs kam eine Person dazu, die er mir als Sarah vorstellte, eine Austauschschülerin, mit der er und seine Frau an den Potsdamer Platz gehen wollen, weil – so verriet er mir – dort noch ein echtes Stück Berliner Mauer stünde, das Sarah gerne sehen würde.

Mich verschlug es dann weiter, vorbei am Room of Silence, der mich erst einmal an eine Freundin erinnerte, die der bestimmt interessieren würde, weil es sich hier um einen Meditationsraum (übrigens nach dem Vorbild des „Raumes der Stille“ im UNO-Gebäude in New York) handelt.

Lebendige „Statur“

Dort fand ich dann diesen Herr hier, der zwar wirkt wie eine am Boden liegende Statue, in Wirklichkeit aber ein ganz lebendiger Mann ist. Wie man auf dem Bild vielleicht nicht so gut erkennt: Auf der Suche nach Spenden. Ich überlege kurz ob ich ihm für seine künstlerisch angehauchte Selbstdarstellung etwas in sein Spendengefäß gebe, lass es dann aber, weil ich gerade selbst etwas knapp bei Kasse bin.

Mein Weg führt mich dann weiter – vorbei an einer Imbissbude mit dem lustigen Namen „Wurst :-)“ – hin zu den Parlamentsbauten.

Dort begegnet mir direkt ein bisschen Deutsche Geschichte, nämlich ein Stück Deutsche Mauer. Was mich kurz zu der Frage bringt, ob der Mann, mit dem ich mich unterhalten hatte, überhaupt wusste, dass er einem Stück dessen was er sehen wollte, viel näher war als er glaubte (ok, der Potsdamer Platz ist auch nicht wirklich weit weg).

In dem Moment wo ich vor einem Stück Geschichte stehe, komme ich schon einen Moment ins Grübeln. Ich erinner mich an alles, was man hierüber schon gehört und gelesen hat. Über Getötete bei Fluchtversuchen, über David Hasselhoff, der wohl überzeugt ist mit seiner Darbietung von Looking for Freedom, 1989 an der Berliner Mauer, zum Fall der Mauer beigetragen zu haben usw. Ich bin ganz kurz froh, nicht in der DDR gelebt zu haben und traurig darüber in den Tagen als die Mauer fiel zu jung gewesen zu sein um das mit zu erleben.

Noch etwas in Gedanken komme ich an der Spree vorbei und entspanne kurz bei einem Telefonat mit einer mir ziemlich wichtigen Person auf der Wiese vor/hinter dem Reichstag.

Stelenfeld

 Den Abschluß meiner kurzen Tour bildet gewissermaßen das Stelenfeld.

Stelenfeld von innen

Im ersten Moment bin ich etwas verwirrt, weil das Werk doch recht abstrakt ist. Dann aber merke ich, dass es mich noch ein wenig nachdenklicher macht, hier zu stehen. Man denkt ja nicht jeden Tag darüber nach, dass ein Teil der eigenen Familie von den Nazis verfolgt wurde und man damit selbst gewissermaßen zu einem Betroffenen wird. Steht man jedoch vor einem Mahnmal, das genau an diese Verfolgung erinnert.. dann schon.
Während ich kurz auf einem der Blöcke stehe (und einen kurzen Moment später erfahre, dass man das nicht darf) und durch gehe, denke ich an meinen Opa. Wie würde er sich fühlen, wenn er hier stünde, wo ich jetzt stehe?, geht mir durch den Kopf.

Zu guter Letzt mache ich ein Bild von mir selbst, vor einem dieser riesen Blöcke (manche davon sind mehr als 4m hoch) und schlendere zu oben besagtem Cancun.

Hier fange ich an diesen Text zu schreiben und mache mir Gedanken darüber, dass Berlin eine interessante Stadt ist.
Irgendwie habe ich das Gefühl praktisch nichts gesehen zu haben und beschließe daher irgendwann mal einen Wochenend-Trip hierher zu machen. In dieser Stadt wollt ich zwar nicht unbedingt wohnen aber sie ist belebt, laut und nah an der Geschichte. Auf jeden Fall einen Besuch wert.

Im Übrigen befinden sich die restlichen Bilder hier bei Picasa, falls es wen interessiert 😉

Dinge an denen man merkt, dass man umziehen sollte..

Irgendwann bring ich sie um – oder ich zieh um. Diese Erkenntnis ergreift mich in letzer Zeit immer öfter. Heute ereignete sich dann wieder mal etwas, was mich daran erinnert, möglichst bald die Wohnungsangebote in der Zeitung durchzulesen.

Es klingelt an der Haustür. Ich frage mich, wer das sein könnte und überlege nur für den Bruchteil einer Sekunde, ob ich die Tür öffnen soll. Doch bevor ich den Gedanken zu Ende denken kann, klingelt es erneut –  und wieder und wieder. Wenn das so weiter geht, könnte man meine Klingel in die ewigen Jagdgründe schicken, fürchte ich.

Mittlerweile bin ich von meinem Stuhl aufgestanden, den Meter zur Haustür gelaufen und habe auf den Türöffner gedrückt (die Gegensprechanlage ist leider kaputt). Da klingelt es wieder. Und wieder. Und schon wieder.

Während ich die Wohnungstür öffne, höre ich, dass man unten an der Tür rüttelt. Aha, denke ich. Da ist mal wieder jemand nicht in der Lage die Tür zu öffnen. Also drücke ich noch einmal auf den Türöffner und während ich das tue, klingelt es wieder und wieder und ich frage mich, ob da vor der Tür ein Neandertahler steht.

Vor meinem inneren Auge sehe ich den Baseball-Schläger, den ich letztens bei Karstadt gesehen habe. Ich frage mich, ob ich ihn vielleicht hätte mitnehmen sollen.

Nach einigen Wiederholungen des ganzen Vorgangs (Klingeln, Türöffner drücken, klingeln) schaffen es die Störenfriede endlich die Tür zu öffnen.
Ein wenig verdutzt stell ich mich auf die Treppe und seh nach unten. Drei Gestalten betreten den Hausflur und nähern sich der Treppe.
Ich unterdrücke den Impuls „Sie blöder Idiot. Wer sind Sie überhaupt?“ zu brüllen und warte, dass diese Menschen sich mir zu erkennen geben.

Was ich dann höre ist: „Ja die Klingel von Famile Nerwick [Anmerkung: Name geändert] ist kaputt. Daher haben wir bei Ihnen geklingelt.“

Ich atme tief und hörbar durch. Dann sage ich mit leicht genervter Stimme ob es denn beim nächsten Mal funktioniert ohne die Klingel „abzureißen“. Ich hoffe nun auf etwas was mich versöhnlich stimmt, bekomme es aber nicht. Die Frau lacht (und lässt mich damit noch mal kurz an den Neandertaler denken), „Höhöhö“, und murmelt etwas Unverständliches was aber mit einer Entschuldigung ungefähr so viel gemeinsam hat wie eine Familienfeier mit dem Besuch in einem Swingerclub. Im nächsten Moment sehe ich mich wie mechanisch die Tür zuknallen und still hoffen, dass man den Knall noch bis zur Kreuzung gehört hat.

An dieser Stelle ist die Frage angebracht: Ist das alles? Nein. Das war nur die neueste Geschichte aus dem Irrenhaus. Das seltsame Verhalten meiner Nachbarn könnte Bände füllen. Ich könnte über Hunde reden, die auf den Balkon gesperrt werrden und dort stundenlang die Nachbarschaft zusammen bellen. Oder über Mülltonnen, die man unbedingt in den Flur stellen muss, damit dieser auch ja ein bisschen was von der Geruchsnote hat, die meine Nachbarn anscheinend bevorzugen. Oder darüber, dass meine Nachbarn ein Gespür dafür haben, genau dann die Musik (Techno, House, Grausamkeiten aus der Ballermann- und Holzmichelkategorie) bis zum Anschlag aufzudrehen wenn ich es gerade am Wenigsten gebrauchen kann (z.B. wenn ich ausnahmsweise mal früh schlafen gehe, weil ich morgens um 5 aufstehen muss).

Tu ich aber nicht. So.

Rest in Peace, grandma.

A few weeks ago I’ve visited my grandma, because she and my grandpa had birthday.
We also did it, because we figured that it might be the last chance to see her alive.
It was a hard time for us. Because she wasn’t the person I knew, the person with whom I argued so often when I was a young boy, the person who showed me the beauty of cooking. She were lying in her bed, barely realizing us, not really able to do conversation. As soon as we went away from her bed she was calling for one of us, repeating the name of the person she was calling for every few seconds. Most of the time she called for my grandpa, but another time it was me she was calling. I then stood there, next to her bed, not really able to talk, because she wasn’t and I didn’t know what to say.
And then I had a talk to my grandpa. Although he looked visibly aged, he still seemed to be in a good constitution. But while talking to him I realized that he was tired. He told me that his woman was asking him eight times a day which day it was and such things. He told me and my cousin that he fears the day when she is gone. It was hard. I mean.. I knew it, I knew that it would break his heart when she’s gone, but in my memorization he has never been a guy who would have spoken it out. I know that both had good and bad times together. Their was always that joke about them, that they can’t do with each other but not without each other either. But now, the very imagination that this might be true, caused frighten in me.
Yesterday I got a call from my mother, telling me, that it seems that she decided that she will go, so she drove to my grandparents. A few hours later she called me again and said to me that it is over. Slept in, in silence. No pulse anymore. But the first thing I replied was: Can you take care for grandpa? Its not that I don’t sorrow, but I knew it were better for her. She had a life with ups and downs, she had a man who loved her more then anything else. But she wasn’t able to live or enjoy her last days I think. And now I’m afraid about the living, the one whose heart supposedly just broke. I hope he will be able to enjoy his last years anyway. Because he is a good man, has always been and I think he deserves it.

Grandma, we will miss you. Rest in Peace.