„Mit eBooks lässt sich kein Geld verdienen“

Bei Spreeblick wurde vor kurzem ein Experiment gestartet. Und zwar haben die Macher von Spreeblick, Johnny Häusler und sein Team, 15 Geschichten des Spreeblick-Blog genommen und zu einem eBook verpackt, das sie bei Amazon über das Kindle Direct Publishing (und später auch über iTunes) zum Verkauf anbieten. Das ganze hat auch einen gewissen experimentellen Charakter, denn Johnny möchte mit dem ganzen herausfinden, ob die Aussagen der klassischen Verlage richtig sind und ob „auf den Wecker gehen“ über die verschiedenen Social Media zum Gesamtumsatz beiträgt oder eher nicht.

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Impressionen aus Berlin

Berlin. Hauptstadt. Ein geschichtsträchtiger Ort.
Heut bin ich mal wieder dort. Das bin ich so ca. ein bis zwei mal im Monat, aus beruflichen Gründen. Doch ob man es glaubt oder nicht: Zu Sightseeing komm ich hier selten.
Und nun sitz ich im Cancun (die übrigens ein ziemlich leckeres Essen zubereiten; wenn auch nicht gerade zu Niedrigstpreisen) und schreibe über die Eindrücke, die ich bei einem kurzen Sightseeing gewonnen habe.

Britsche Botschaft in Berlin

Begonnen habe ich meine kurze Tour an der britischen Botschaft. Das Gebäude spricht für sich selbst. Ziemlich imposant, wie ich finde.

Von dort ist es ein Katzensprung zum Brandenburger Tor, von dem es schon genug Bilder gibt, so dass meines nicht mehr wirklich interessant ist. Dort, am Pariser Platz, habe ich erst mal einen Dunking Donots aufgesucht und mich mit Kaffee und Donots versorgt. Bei der Suche nach einem Sitzplatz fand ich eine Bank auf der ein älterer Herr und eine ältere Dame saßen. Auf die Frage hin, ob ich mich setzen könne, sagte man mir, dass ich das könne und die ältere Dame räumte so gleich die Bank, was mich etwas irritierte. Ich erklärte ihr, dass ich sie nicht verscheuchen wollte und das die Bank ja genug Platz für uns Drei bot. Eigentlich wollte ich ja auch einfach vermeiden wollen jemandem den Platz zu nehmen, der gerade abwesend war. Sie versicherte mir daraufhin, dass sie verabredet sei und es nicht an mir lag.
Mit dem Mann kam ich hingegen ins Gespräch. Er fragte mich ob ich „zum Urlaub“ in Berlin sei und war peinlich berührt davon, mich unterschätzt zu haben, als ich ihm sage, dass dem nicht so ist. Wir unterhielten uns über Dies und Das. Über mein Alter, dass es ja möglich sei mit 25 bereits ein Studium beendet hätte und das man stolz sein könne, wenn man in meinem Alter bereits etwas erreicht hätte. Besser als Hartz 4 und so. Er erzählte mir von seinem Adoptivkind, paraguyanischer (schreibt man das so?) Herkunft, das mit seinen 27 etwas Schwierigkeiten hätte Fuß zu fassen.
Am Ende des Gesprächs kam eine Person dazu, die er mir als Sarah vorstellte, eine Austauschschülerin, mit der er und seine Frau an den Potsdamer Platz gehen wollen, weil – so verriet er mir – dort noch ein echtes Stück Berliner Mauer stünde, das Sarah gerne sehen würde.

Mich verschlug es dann weiter, vorbei am Room of Silence, der mich erst einmal an eine Freundin erinnerte, die der bestimmt interessieren würde, weil es sich hier um einen Meditationsraum (übrigens nach dem Vorbild des „Raumes der Stille“ im UNO-Gebäude in New York) handelt.

Lebendige „Statur“

Dort fand ich dann diesen Herr hier, der zwar wirkt wie eine am Boden liegende Statue, in Wirklichkeit aber ein ganz lebendiger Mann ist. Wie man auf dem Bild vielleicht nicht so gut erkennt: Auf der Suche nach Spenden. Ich überlege kurz ob ich ihm für seine künstlerisch angehauchte Selbstdarstellung etwas in sein Spendengefäß gebe, lass es dann aber, weil ich gerade selbst etwas knapp bei Kasse bin.

Mein Weg führt mich dann weiter – vorbei an einer Imbissbude mit dem lustigen Namen „Wurst :-)“ – hin zu den Parlamentsbauten.

Dort begegnet mir direkt ein bisschen Deutsche Geschichte, nämlich ein Stück Deutsche Mauer. Was mich kurz zu der Frage bringt, ob der Mann, mit dem ich mich unterhalten hatte, überhaupt wusste, dass er einem Stück dessen was er sehen wollte, viel näher war als er glaubte (ok, der Potsdamer Platz ist auch nicht wirklich weit weg).

In dem Moment wo ich vor einem Stück Geschichte stehe, komme ich schon einen Moment ins Grübeln. Ich erinner mich an alles, was man hierüber schon gehört und gelesen hat. Über Getötete bei Fluchtversuchen, über David Hasselhoff, der wohl überzeugt ist mit seiner Darbietung von Looking for Freedom, 1989 an der Berliner Mauer, zum Fall der Mauer beigetragen zu haben usw. Ich bin ganz kurz froh, nicht in der DDR gelebt zu haben und traurig darüber in den Tagen als die Mauer fiel zu jung gewesen zu sein um das mit zu erleben.

Noch etwas in Gedanken komme ich an der Spree vorbei und entspanne kurz bei einem Telefonat mit einer mir ziemlich wichtigen Person auf der Wiese vor/hinter dem Reichstag.

Stelenfeld

 Den Abschluß meiner kurzen Tour bildet gewissermaßen das Stelenfeld.

Stelenfeld von innen

Im ersten Moment bin ich etwas verwirrt, weil das Werk doch recht abstrakt ist. Dann aber merke ich, dass es mich noch ein wenig nachdenklicher macht, hier zu stehen. Man denkt ja nicht jeden Tag darüber nach, dass ein Teil der eigenen Familie von den Nazis verfolgt wurde und man damit selbst gewissermaßen zu einem Betroffenen wird. Steht man jedoch vor einem Mahnmal, das genau an diese Verfolgung erinnert.. dann schon.
Während ich kurz auf einem der Blöcke stehe (und einen kurzen Moment später erfahre, dass man das nicht darf) und durch gehe, denke ich an meinen Opa. Wie würde er sich fühlen, wenn er hier stünde, wo ich jetzt stehe?, geht mir durch den Kopf.

Zu guter Letzt mache ich ein Bild von mir selbst, vor einem dieser riesen Blöcke (manche davon sind mehr als 4m hoch) und schlendere zu oben besagtem Cancun.

Hier fange ich an diesen Text zu schreiben und mache mir Gedanken darüber, dass Berlin eine interessante Stadt ist.
Irgendwie habe ich das Gefühl praktisch nichts gesehen zu haben und beschließe daher irgendwann mal einen Wochenend-Trip hierher zu machen. In dieser Stadt wollt ich zwar nicht unbedingt wohnen aber sie ist belebt, laut und nah an der Geschichte. Auf jeden Fall einen Besuch wert.

Im Übrigen befinden sich die restlichen Bilder hier bei Picasa, falls es wen interessiert 😉