Paywall? Sprich‘ mit der Hand.

Aktuell greifen sie wie ein Virus um sich: Paywalls. Ein bemerkenswert verzweifelter Versuch der traditionellen Medien in Zeiten des Internets und der dort angeblich herrschenden Gratiskultur doch Geld zu verdienen. Ich sage dazu: Sprich mit der Hand.

Laut BDZV gibt es derzeit 107 Paid Content Angebote deutscher Zeitungen. Überwiegend setzen sie dabei auf das Freemium Modell: Das heißt bezahlt wird ausschließlich für exklusiven Content, wobei Exklusivität hier nicht so genau umrissen ist. Soweit so fair.

Zunehmend an Beliebtheit gewinnen aber auch „Metered“ Angebote, die ich persönlich als Zumutung empfinde und mit denen man mich als potenziellen Kunden nachhaltig abschreckt. Beim Metered Modell ist es so, dass eine gewisse, willkürlich festgelegte Menge Artikel kostenlos gelesen werden darf, bei deren Überschreitung wird aber eine Paywall eingeblendet wird und zur Zahlung auffordert. Oder aber auch nur zur Registrierung: Denn mit den so abgegriffenen Daten seiner Nutzer lässt sich natürlich auch Geld verdienen. Oft geht das auch einher damit, dass ein Teil des Artikels noch zugänglich ist, sodass man gewissermaßen wie ein Hund mit der Wurst vor der Nase an derselben entlang geführt wird.

Nicht, dass die Versuche der Medienangebote nicht verständlich wären: Die massenweise Verbreitung von Adblockern hat ein werbefinanziertes Geschäftsmodell nachhaltig ruiniert.  Aber soll das jetzt wirklich die Lösung sein? Soll nun wirklich jeder Internetnutzer eine Handvoll Abos mit verschiedenen Newsanbietern anschließen, um sich halbwegs unabhängig informieren zu können?

Haben wir in den letzten Jahren wirklich an freien Quellen für Information und Software gearbeitet, ein ganzes freies Lexika auf die Beine gestellt, Abermilliarden Zeilen Code unter freien Lizenzen ins Netz gestellt, nur um eine solche Frechheit (mit) zu ermöglichen?

Kann denn nicht irgendwer in der Politik sich mal damit beschäftigen, ein System zu finden, in dem sich die Interessen von Urhebern und der Allgemeinheit unter einen Hut bringen lassen? Irgendwo zwischen all den offenbar so unwirksamen Werkzeugen wie Rundfunkgebühren und Abgaben auf verkauften Rohlingen/USB-Sticks und Ideen wie einer Kulturflatrate muss es doch einen Weg geben, der fair für alle ist. Und in der wir den Status Quo von Inhalte-überlagernden Werbespots und einer Unterteilung in freies und unfreies Internet überwinden können.

Das wäre wirklich schön.

Wie der Amazon Kindle mein Leseverhalten veränderte

Amazon plant das Abholzen der Regenwälder zu verhindern. Zumindest aber eine Revolution, bei dem dies das Endergebnis sein könnte. So meine Vermutung, als ich von meinen ersten Erfahrungen mit dem Kindle berichtete. Damals war ich überrascht. Wie ist es heute? Wie steht es mit meinem Leseverhalten nach zwei Monaten mit dem Kindle? Voll digital oder doch der Griff zum Papier?

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Gauck der Notnagel – aber warum eigentlich?

Einen neuen Bundespräsidenten braucht(e) das Land. Der Neue wird wohl Joachim Gauck sein, doch damit schien unsere Kanzlerin gar nicht so glücklich. Es ist nur ein Zugeständnis, dass die Union jetzt für Gauck stimmt – um einen Koalitionsbruch zu vermeiden.

Doch warum eigentlich?

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An einen guten Freund

Er war ein lieber Freund über viele Jahre – nun erweise ich ihm die letzte Ehre.


Mein lieber Freund, so viele Jahre warst du an meiner Seite. Mit dir bin ich nicht nur gewachsen, sondern auch erwachsen geworden.
Wenn ich Ruhe vor dem Alltag brauchte, warst du meine Zuflucht. Bei dir konnte ich schreiben, chatten oder Musik hören.
Du hast dem Feuer getrotzt und der Last meiner Unordentlichkeit. Über all die Jahre bist du mir überall hingefolgt – bei jedem Umzug warst du dabei.
Nun schreibe ich dir diese kleine Hommage, denn unsere Wege werden sich trennen. Nach all den Jahren mit dir, du guter Sohn von Ingvar Kamprad von Elmtaryd in Agunnaryd, wird an deinem Platz ein Anderer stehen. Du wirst schon bald deine letzte Reise antreten, bald wirst du abgeholt.

Und dennoch werde ich unsere gemeinsamen Jahre nicht vergessen. Du warst stets ein guter … Schreibtisch.

Bildung – was ist das eigentlich?

Wilhelm Von Humboldt

Wilhelm von Humboldt,
Kreidezeichnung von 
Johann Joseph Schmeller

Bildung – das klingt irgendwie nach Schule. Tatsächlich denken viele von uns an Schule, wenn sie den Begriff hören. Doch wenn Schule für Bildung steht, dann ist Bildung „nur“ Wissen. Ist das alles?
Was ist Bildung wirklich?
Wenn wir bei „Wer wird Millionär“ einen Kandidaten sehen, der besonders gut durch die Fragen kommt, ist er dann gebildet? Wer definiert überhaupt, was man wissen muss und was nicht?

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Stille Post – Wie aus vier Verletzten 288 Leichen werden

In der Nacht von Samstag auf Sonntag
kam es in Mönchengladbach zu einem bisher nicht da gewesenem
Zwischenfall. Bei einem Zusammentreffen der rivalisierenden
Rockergangs „Hells Angels“ und der „Bandidos“ kam es erst zu
einer Explosion und anschließend einer Schießerei. Die Anzahl der
getöteten Personen liegt nach Schätzungen derzeit bei weit über
100, weitere 150 Menschen wurden schwer verletzt in die umliegenden
Krankenhäuser eingeliefert….

<p“>So oder so ähnlich hätten die Schlagzeilen der Titelblätter die nächsten Tage lauten können… wenn? Tja … Wenn das Wörtchen wenn nicht wär.

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Wie kann sich das Buch noch behaupten?

Das Buch ist nicht mehr der Fels in der Brandung, der es mal war. Zumindest nicht in der Form, wie wir sie seit Johannes Gutenbergs Erfindung kennen. Dieser Form wird aber oft eine hohe Bedeutung beigemessen. Manche sagen sogar, sie würde zu etwas Höherem verklärt, das sie nicht ist. Man kann das so sehen. Aber man sollte dabei auch bedenken, dass diese Techniken der Wegbereiter für Ereignisse von historischer Bedeutung waren. Erst durch den professionellen Buchdruck wurden die Reformation und später die Aufklärung möglich. Doch wie stellt sich die Situation heute da? Und: Wie geht man damit um?

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