Gauck der Notnagel – aber warum eigentlich?

Einen neuen Bundespräsidenten braucht(e) das Land. Der Neue wird wohl Joachim Gauck sein, doch damit schien unsere Kanzlerin gar nicht so glücklich. Es ist nur ein Zugeständnis, dass die Union jetzt für Gauck stimmt – um einen Koalitionsbruch zu vermeiden.

Doch warum eigentlich?

Gauck stand schon 2010 zur Wahl – und wäre bei Bürgern und Medien gut angekommen. Und das ist auch kein Wunder, denn ein Mann wie Gauck ist für ein Land, in dem in den letzten Jahren immer wieder offen über Einschnitte in den privaten Lebensbereich (Vorratsdatenspeicherung, Bundestrojaner) nachgedacht und entsprechende Gesetze gar voran getrieben wurden, sicher eine gute Wahl. Immerhin obliegt es dem Bundespräsidenten, Gesetzeswürfe zu unterschreiben – also in letzter Instanz abzusegnen – oder eben nicht.
Und wer wäre da besser geeignet, als jemand der früh Erfahrungen mit dem SED-Regime der früheren DDR gesammelt und sich aktiv an der Wiedervereinigung beteiligt hat? 
Einer, der zwei Amtszeiten lang die Stasi-Unterlagen-Behörde geleitet und sich als Bürgerrechtler hervor getan hat.

Ja – für unsere Kanzlerin könnte so jemand natürlich ein Dorn im Auge sein. Zumal, wenn man ihre Haltung zur Vorratsdatenspeicherung damals und ihre Haltung zu ACTA heute betrachtet. Schließlich wird es wohl kaum daran liegen, dass der Mann ein Theologe ist. Passt ja schließlich zu ihrer Partei. 
Oder?

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