Neulich im Kino

Kino
(Foto: von „caulfielddo“ via Flickr)

Ins Kino gehen seltsame Menschen. Muss ja auch so sein, würden manche Menschen sagen, zumal in Zeiten von Blueray und HD-Fernseher. Bin ich seltsam? Vielleicht, denn ich gehe ab und zu ins Kino. Aber was dort so rumläuft, lässt einen ziemlich normal aussehen.

Freitagabend, kurz vor 23 Uhr: Ich stehe im Kino vor der Schlange vorm Snack-Verkauf – mit mir gefühlte hundert weitere Menschen. Ein einziges Stimmengewirr, aus dem eigentlich nur die Mädchen mit den besonders schrillen Stimmen hervor stechen. Ob sie wohl zu den Taschentuch-Tussis gehören?
Der Film ist übrigens eine Schnulze. Um die ganze Bandbreite von verschiedenen Kinotypen zu erwischen, ist das ungefähr genauso ideal wie eine Komödie.
Wenn das Licht noch an ist, kann man die ersten Typen ausmachen: den Zappelphilipp und den Clown. Während ein Zappelphilipp – man ahnt es schon – gerne zappelt oder gegen die Vorderreihe tippelt, hat der Clown sein Popcorn nicht gekauft, um es zu essen, sondern als Wurfgeschoss. Er verteilt es großzügig im Kinosaal – das Reinigungspersonal soll ja auch was zu tun haben.
Beide Typen schaffen den Motzkoffer hervor zu locken, der sonst eher unauffällig ist. Auf Tritte in den Rücken oder Popcorn in den Haaren reagiert er mit einem Blick, wie nach dem Biss in eine Zitrone, wildem Rumgestikulieren und motzen. In einer abgewandelten Form ermahnt er zur Ruhe – entweder schon vor dem Film, bevorzugt aber während spannender Passagen. Immer laut genug um auch die eigene Reihe vom Film gucken bzw. hören abzuhalten.
Sobald der Film anfängt, lehnen sich die Chilligen einfach nur zurück und genießen den Film. Ganz anders dagegen die Im-Film-Plapperer – die haben eigentlich wichtigere Themen, als das was da gerade über die Leinwand flimmert. Was den Shootingstar schon mal zur Waffe greifen lässt.
Hat der Film lustige Passagen, treiben einen die Natur-Bekifften zur Weißglut. Das sind die Typen, die kurz nach einem Witz anfangen zu lachen – und die nächsten 10 Minuten nicht mehr aufhören. In der Regel übertönen sie mit ihrem Lachen alles andere im Saal.
Besonders in traurigen Passagen präsent, sind die eingangs erwähnten Taschentuch-Tussis. Für sie ist ja alles so traurig. Sie schluchzen und schniefen, was das Zeug hält, und manchmal tröten sie in ihr Taschentuch. Oft ist das so laut, dass von hier und dort ein „Pssst“ zu vernehmen ist. 
Einen besonderen Typen habe ich mir für den Schluss aufgehoben. Es handelt sich dabei um den Kommentatoren. Er kommentiert alles, wenn auch manchmal nur mit „Ah“ und „Oh“. Nach ihnen wird sich oft umgedreht, aber selten was gesagt. Dieser Typ hat es mir besonders angetan. Ich habe mich schon gefragt, ob ich für ihn das nächste Mal eine Rolle Klebeband mitbringen sollte.
Fallen euch noch Typen ein, denen man im Kino oft begegnet? Dann erzählt es mir in den Kommentaren!

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