„Sie sind eine beinahe komplett nichtsnutzige Bürotrine!“

Wenn man so etwas zu einer Frau sagt hat man es normalerweise vermasselt, mit den Chancen auf eine romantische Beziehung.

Manchmal ist es aber auch der Beginn einer interessanten Geschichte.

Zumindest im Fall von Linksaufsteher: Ein Montagsroman von Matthias Dachauer.

Inhalt
Die Geschichte dreht sich um einen Kerl namens Oliver Krachowitzer, von seinen Freunden nur Krach genannt. Der träumt nur einmal die Woche, von Sonntag auf Montag, und dann sind es immer verrückte Albträume. Am darauf folgenden Tag ist er dann immer schlecht gelaunt und beschimpft Leute, denen er über den Weg läuft. Dummerweise ist es an einem Morgen seine Traumfrau, die er als „nichtsnutzige Bürotrine“ beschimpft und dann viel zu spät bemerkt, dass er sich Hals über Kopf in sie verliebt hat.
Eine Odyssee beginnt, bei dem Versuch ihr Herz zu gewinnen oder doch zumindest herauszufinden, ob er wirklich verliebt ist.
Dabei erhält er Unterstützung von einem 7jährigen Jungen und seinem besten Freund Tobi.

.. und was ist davon zu halten?

Wenn man das Buch liest, wird sehr schnell klar, dass es dem Autor darum geht zu unterhalten. Stellenweise wird zwar etwas Gesellschaftskritik eingebracht, die aber sehr überspitzt dargestellt wird. So nimmt Matthias Sachau etwa die Social Networks kräftig auf die Schippe oder die vor Anglizismen strotzende Sprache der Werbe-Fuzzis.
Insgesamt bedient er sich hier aber etwas zu sehr an der Klischeekiste, was teilweise stört aber meistens erträglich ist.
Der Selbstverpflichtung zur Unterhaltung wird es aber auf jeden Fall gerecht – an manchen Stellen kann man gar nicht anders als laut loszulachen.
Insbesondere die Dialoge mit dem 7-jährigen Anton sind es, die dem ganzen Buch einen großen Unterhaltungswert verleihen. Der Autor hat hier einen sehr interessanten Charakter geschaffen. Einerseits ein kleiner Junge, der eigentlich erstaunlich klug für sein Alter istund eben trotzdem die kindliche Naivität aufweist, die man erwartet. Aber irgendwie weist Anton hier ja auch Parallelen zu dem Protagonisten auf, der zwar erwachsen ist, aber doch in manchen Zügen kindische Tendenzen aufweist.
Die Dialoge zwischen den Charakteren sind insgesamt sehr unterhaltsam und anregend. Nur bei einem der Charaktere ist man mit Sicherheit froh, wenn er den Mund hält: Rüdiger Rodeo, eine Social Media-Größe. Anders als die Werbefuzzis, spricht er nicht in. Dafür benutzt er so viele Fremdwörter, dass man ihm einfach nicht folgen kann, ohne diese nachzuschlagen. Alles in allem ein Ticken zu viel.
Am Ende steht ein Schluss, mit dem man eigentlich hätte rechnen können, weil Herr Sachau hier nur lose Enden verknüpft. Dennoch zwang es mich, die Hand vor den Kopf zu hauen, und „Ja, na klar. Jetzt macht das alles einen Sinn.“ zu sagen.
Fazit
Wem es um einen amüsanten Roman mit nicht all zu viel Tiefgang geht, kann hier bedenkenlos zugreifen. Es ist alles in allem witzig geschrieben, hat hier und da diverse lustige Höhepunkte und einen verrückten aber alles in allem stimmigen Handlungsverlauf. 
Ich jedenfalls plane weitere Bücher des Autors zu lesen.
Zum Beispiel Kaltduscher: Ein Männer-WG-Roman, was man wohl als Vorgeschichte zu diesem Buch betrachten kann.

Eine Anmerkung noch zum Schluss: Meine oben widergespiegelte Meinung basiert auf der Kindle-Ausgabe, die es letztens bei den Gratis-Tagen kostenlos gab. Technisch gab es an der Kindle-Version nichts auszusetzen.

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