Das Kind im Manne

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Als Kind dürften sich die Wenigsten Gedanken übers Erwachsen werden machen. Man lebt einfach unbeschwert und macht sein Ding. Mit all den kleinen Schrammen, jeder kleinen Wunde, die sie alle kommen und wieder gehen. Manche Dinge prägen sich ein, doch das Meiste gerät irgendwann in Vergessenheit. Selbst wenn Vieles, was in diesen Jahren passiert, uns sicher für den Rest des Lebens beeinflussen wird.

Irgendwann kommt der Punkt im Leben eines Kindes, da merkt es, dass man trotz allem eingeschränkt ist. Die Eltern geben vor, wann man zu Hause zu sein hat, wann man spielen darf und wann man mithelfen muss, wann man ins Bett zu gehen hat. Man merkt, dass ein großer Teil der eigenen Geschicke in den Händen von jemand Anderem liegt. Den Eltern, den Lehrern. Sogar die Gesellschaft stellt Ansprüche an Einen, denen man gerecht werden muss. Auch wenn man das so direkt zu diesem Zeitpunkt vermutlich noch nicht merkt.
Das ist der erste Zeitpunkt im Leben eines kleinen Menschens, wo man sich nach dem Erwachsen werden sehnt.
Es ist kindliche Naivität, die einen glauben lässt, dass das Erwachsen werden die magische Grenze zur großen Freiheit darstellt. 
Doch was man dabei unter Umständen verliert, sieht man zu dem Zeitpunkt noch nicht. Mit großer Freiheit kommt nämlich auch große Verantwortung. Für sich selbst, für seine Kollegen, irgendwann für seine Frau und Kinder, seine Familie. Schnell merken wir, dass die Zeit eines jeden Menschen sehr begrenzt ist, denn, so singen es die Monsters of Liedermaching ganz treffend in einem Lied: Schon der Schlaf in einer Nacht, raubt einem schon den halben Tag.
Für mich selbst habe ich das vor langer Zeit erkannt und mich schon öfter damit beschäftigt. Die Unbeschwertheit ist nicht mehr da, die Sorge um alles Mögliche ist etwas, an das man sich irgendwie gewöhnt aber auch irgendwie nie so richtig. Immer, wenn ich darüber nachdenke, graut es mir vor der Vorstellung selbst einmal Vater zu sein. Nicht, weil ich Kinder schrecklich fände, sondern weil mir bewusst wird, dass ich noch mehr Sorgen empfinden werde. Dass es Nächte geben wird, in denen ich nicht schlafen kann, weil eines meiner Kinder fiebern wird oder seine ersten Zähne bekommt oder wir sonst irgendwas zusammen ausstehen.

Und es wird diese Tage geben, da werde ich meine Kinder beneiden. Nämlich dann, wenn ich weiß, dass ich auf der Arbeit sitze, mal wieder besonders nervende Aufgaben zu erledigen habe, während mein Kind zu Hause oder in der Kita das Vergnügen hat mit Duplo, Lego, Puppen oder Autos zu spielen. Denn dann wird mir noch bewusster klar werden, dass ich zwar nicht Peter Pan bin, aber dennoch ein Teil von mir nie erwachsen geworden ist.

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Gleichwohl werde ich um diesen Teil in mir, sofern ich ihn erhalten kann, aber auch sehr froh sein. Nämlich dann, wenn ich in meiner Freizeit die Freude meines Kindes beim Aufbau von irgendwas mit Lego oder Ähnlichem teilen kann.
An manchen Tagen muss ich dem Kind in mir dann auch schon jetzt einfach mal nachgeben. Und zum Glück wissen die Leute in meiner näheren, vertrauteren Umgebung, dass ich das ab und zu brauche. So bekam ich die Tage zu Nikolaus ein kleines Lego Technik Set und musste es erst mal zusammen bauen. Natürlich merkt man, dass das keine richtige Herausforderung mehr darstellt, wie als Kind, doch Spaß hat es trotzdem gemacht 🙂

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