Sie werden älter!

Ich gehöre ja zu den Menschen, die immer recht spät zum Frisör gehen.
Kürzlich war es dann mal wieder so weit.
Nun ist es immer so, dass ich nie so Recht weiß, zu welchem Frisör ich gehen soll. Tatsächlich ändert sich mein Frisör von Mal zu Mal und so war es auch dieses Mal ein Neuer. Der Neue ist ein Grieche.
Lustiger, netter Typ, sah mich von ihm gut beraten, aber er musste mir auch vor Augen führen, dass ich älter werde, denn im Laufe der Beratung fragte er mich, ob ich eigentlich wüsste, dass ich unter Haarausfall leide.

Mir war bewusst, dass ich eine Stelle an meinem Kopf habe, an der weniger Haare wachsen als anderswo. Aber Haarausfall?
Das war mir so noch nicht klar gewesen. Ja, sagte er, ich leide an der Urform des Haarausfall.
Er erklärte mir, dass es nicht ungewöhnlich sei, dass beim Mann, in meinem Alter, die ersten Zeichen von Haarausfall begännen. Irgendwas von wegen Schädelwachstum und schlechterer Durchblutung der Kopfhaut beim Mann.

Dann eröffnete er mir, dass ich im Grunde mehrere Möglichkeiten hätte.
Empfehlen würde er mir die Benutzung eines Koffein-Shampoo (ha! nun führ ich mir das Zeug nicht nur oral in Form von Kaffee zu, sondern auch noch über die Kopfhaut?!) und zusätzlich etwas alkohol-basiertes, Alpecin-Kopfwasser zum Beispiel.
Alternativ, fragte er mich, bestünde natürlich die Möglichkeit, dass es mir herzlich egal ist. Ich verneinte und dann kam, worauf ich eigentlich nur gewartet hatte. Ja, sagte er, egal, wie ausgeprägt unser Selbstbewusstsein ist: Wir alle müssen irgendwann erkennen, dass wir älter werden und haben daran zu knabbern. Schluck. Das war das Wort zum Sonntag.
Zuletzt sagte er noch, dass die genannten Möglichkeiten mir die schon ausgefallenen Haare nicht zurück bringen und der Haarausfall nicht aufhört dadurch. Ich könne ihn damit aber zumindest etwas verzögern.
Wie beruhigend.
An jenem Tag, beim Einkaufen, kaufte ich dann brav ein Koffein-Shampoo und Haarwasser. Nur mal so, vorsorglich.