Viva el nuevo Apartamento?

Vor einiger Zeit habe ich mich noch darüber beklagt, dass ich umziehen will. Weil meine Nachbarn nerven. Das tun sie immer noch. Darum habe ich vor zwei Monaten einen Entschluss gefasst: Butter bei die Fische.
Also habe ich meinem Vermieter einen Brief geschrieben und die Wohnung gekündigt.

Fast zeitgleich habe ich angefangen nach einer neuen Wohnung zu suchen. Es ist ja nicht so, dass ich darin nicht schon Erfahrung hätte.
In mittlerweile sieben Jahren bin ich ungefähr sechs mal umgezogen.
Meine Umzüge hatten verschiedene Gründe. Der erste war der, als ich nach Mönchengladbach gezogen bin. Beim nächsten zog ich in eine WG um meine Kosten als armer Azubi zu senken. Dann stellte ich jedoch fest, dass das WG-Leben und ich wie Feuer und Eis sind und ich suchte mir wieder eine eigene Wohnung. Da hab ich es vergleichsweise lange ausgehalten.
Die Wohnung war klein – ein Zimmer, Küche, Diele, Bad – aber gemütlich. Ich habe da gern gewohnt. Doch dann kam meine (mittlerweile Ex-)Freundin, unabhängig davon ein paar finanzielle Probleme (Azubi auf großem Fuß) und ich zog das nächste mal um. Zu ihr und ihrer Mutter.
Die Zeit dort könnte ich schlecht beschreiben ohne das ein oder andere schlimme Wort in den Mund zu nehmen. Es war wie WG. Nur schlimmer. Das lag an der Vermieterin, an der Mutter meiner Freundin, an der Wohngegend und natürlich auch ein Stück weit an mir.
Als ob wir es zum damaligen Zeitpunkt nicht besser gewusst hätten, machten wir dann den nächsten Fehler. Wir zogen zusammen aus. Meine damalige Freundin, ihre Mutter und ich. Zogen in zwei verschiedene Wohnungen.. im selben Haus.
Das ging nicht lange gut und so landeten wir dann hier.
Bei der letzten Wohnungssuche habe ich mich mir nicht sehr viel Zeit gelassen. Ich machte vor meinem Vermieter keinen Hehl daraus, warum ich ausziehen will und fragte ihn nach anderen Objekten. Er hatte zufällig gerade diese Wohnung frei werdend und ich ergriff nach einer Besichtigung die Chance aus dem Haus mit meiner „Ex-Schwiegermutter-in-Spe“ zu fliehen.
Meine Ex-Freundin ist vor mittlerweile fast einem Jahr ausgezogen.

Bizarrerweise muss ich sagen, dass ich bei der Wohnung trotzdem Glück gehabt habe. Hohe Decken, schön geschnitten. Das Problem war und ist das Haus und die Nachbarn. Die Nachbarschaft. Mir fällt es trotzdem etwas schwer hier aus zu ziehen und die bisherige Wohnungssuche macht es nicht leichter. Die verläuft nämlich ziemlich frustrierend.

Die erste Wohnung, die ich gesehen habe, hatte ihre positiven Seiten aber eben auch viele negative Seiten. Wenigstens war die Person, die sie mir vorgeführt hat, so ehrlich mir mitzuteilen, dass der Winter bei starkem Regen feucht wird und ich daher vielleicht keine Bücher oder ähnliches im Keller lagern will.
Die zweite Wohnung: Sehr schön aber auch vergleichsweise teuer. Staffelmiete inklusive. Außerdem soll das Wohnviertel innerhalb eines sehr beliebten Mönchengladbacher Stadtteiles das Asi-Viertel sein. Ich bin noch unschlüssig, ob das dort eventuell trotzdem noch eine Verbesserung zur momentanten Situation ist (immerhin sind die Wände viel besser isoliert als hier) aber so ganz überzeugt bin ich davon auch nicht.
Die nächsten Wohnungen fallen alle unter „Ferner liefen“, bis auf Eine. Wunderschöne Wohnung, 90m², eigentlich viel zu groß für mich. Und doch zwei kleine Details, die mich stören: Keine Badewanne und die Vermieterin im selben Haus. Das hatte ich schon mal und brauch ich nicht noch mal.
Die letzte Wohnung die ich gesehen hab, fiel eher in die Kategorie „Gipfel der Unverschämtheit“. Denn ich musste feststellen, dass ich und andere Menschen eine unterschiedliche Vorstellung von renoviert haben. Oder von einem gepflegten Objektzustand. Der Objektzustand war alles andere als geplegt und die Renovierung offensichtlich stümperhaft. Nachbesserung auf jeden Fall nötig vor dem Einzug. Und wenn ich dann mal ausziehe, soll ich das renoviert hinterlassen? Nein danke.
Aber! Das sind alles noch Punkte, wo man vielleicht drüber hinweg sehen könnte, wenn die Wohnung ansonsten überzeugt hätte (hat sie nicht).
Doch dann kam der Gipfel. Ich weiß ja, dass es nicht ungewöhnlich ist, aber on top der Vorgenannten Dinge, kommt mir die Maklerin mit einem Selbstauskunft-Bogen, der dann unter Anderem so Dinge abfragt wie Netto-Einkommen, Arbeitgeber, vorheriger Vermieter, kurz gesagt: Viel zu viele Dinge, die sie eigentlich nichts angehen (auch wenn ich ihnen ein berechtigtes Interesse nicht absprechen kann).
Kombiniert mit der Aussage: „Wenn Sie an der Wohnung interessiert sind, füllen Sie das bitte aus und dann überlegen wir uns das.“
Ja sowas. Mit einem Moment fühle ich mich, als ob ich quasi auf Knien rutschen müsste für dieses Dreckstück von Wohnung. Dabei hätte der guten Frau nach 5 Minuten Besichtigung und einem Dialog wie diesem:
„Haben Sie noch Fragen?“
-„Ähm nö.“
eigentlich klar sein müssen, dass sie mir eher noch was drauf legen müsste, damit ich auch nur in Erwägung ziehe diese Wohnung zu nehmen. Nicht verwunderlich, wenn diese Wohnung dann noch länger frei stehen wird.

So stieg ich dann in mein Auto und fuhr weg. Weiter nach Wohnungen Ausschau halten. Weiter hoffen, dass ich es in den wenigen Wochen, die ich noch habe, noch mal schaffe, etwas anständiges zu finden. Aber so leicht desillusioniert bin ich dann mittlerweile doch schon.