Rebound

Wenn beim Basketball der Ball am Brett oder Ring abprallt und vom Spieler wieder gefangen wird, nennt man das einen Rebound.
Davon hatte ich schon mal gehört. Auch wenn ich zugegebenermaßen erst einmal googlen musste, was genau ein Rebound ist.
Überrascht war ich jedoch als ich den Begriff Rebound in Bezug auf Beziehungen hörte.

Ich finde es ja immer interessant, welche Arten von Begriffen es in Puncto Beziehung gibt. Da gibt es Affären, Friendship with benefits, offene Beziehungen, Romanzen, Liebschaften, Verhältnisse, etwas platter auch F***-Freunde und natürlich das was die meisten Menschen unter Beziehung verstehen.
Persönlich finde ich das Wort Beziehung eher blöd um damit eine innige Verbindungen zwischen zwei Menschen zu beschreiben. Denn in Wahrheit pflegen wir doch Beziehungen zu jedem Menschen, mit dem wir regelmäßig Kontakt haben: Arbeitskollegen, Freunde, Familie, Bekannte.
Die Tiefe, Aspekte wie Vertrauen und Gefühle spielen eine Rolle, wenn aus einer  Beziehung eine Beziehung wird oder werden soll. Nun ja – lassen wir das mal so stehen.

Ein Begriff, den ich jedoch noch nicht kannte, ist ein Rebound-Freund oder eine Rebound-Beziehung. Ich habe das zum ersten Mal in einem Gespräch mit Kollegen gehört und fand es so interessant, dass ich es googlete.
Das brachte mich jedoch nicht nennenswert weiter, weil ich auf diese Weise zu zwei unterschiedlichen Sichtweisen gelangte:

  • Die Person, die diesen Begriff angebracht hatte erklärte es handele sich um eine Beziehung, die man nicht eingehe weil man den den Neuen interessant findet, sondern weil er das genaue Gegenteil des letzten Partners darstellt.
  • Im Internet fand ich dann die Erklärung, dass es sich um eine Beziehung handele, die man eingeht um sich über eine gerade zu Bruch gegangene Beziehung hinweg zu trösten.

Nun schließt das Eine das Andere nicht unbedingt aus.  Eine Variante könnte ja sein, dass Beides zutrifft: Man nimmt den Nächstbesten, der, zumindest dem Anschein nach, völlig anders ist als der oder die Letzte, und hofft, dass er über den Kummer, der gerade über einen hereingebrochen ist, hinweg hilft. Ehrlich gesagt bin ich etwas ratlos, was nun zutrifft.

Eine ganz andere Frage ist jedoch wie erfolgreich diese Konzepte sind.
Ganz sicher setzt es ein gewisses Maß an Ehrlichkeit voraus. Von großen Gefühlen sollte man in so einem Fall jedenfalls nicht reden, ganz einfach deshalb, weil sie zumindest am Anfang nicht da sein können.
Gleichzeitig ist ein wenig Unehrlichkeit erforderlich, denn wie sinnvoll wäre es wohl dem neuen Partner auf die Nase zu binden, dass er eigentlich nur ein Lückenbüßer ist?

Zu guter Letzt stellt sich auch noch die Frage, ob der Partner den man auf eine solche Art und Weise wählt überhaupt der ist, mit dem man länger eine Beziehung führen kann. Vielleicht war der Ex ja blöd aber vielleicht mochte man genau das?
Und Beziehungen in die man rennt weil man Abstand zur letzten Beziehung braucht, enden meiner Erfahrung nach selten gut.
Ich habe diesen Fehler selbst (ohne es zu wollen) schon gemacht und die Beziehung dauerte nicht einmal einen Monat. Vielleicht ein Fall für die „Ausnahmen bestätigen die Regel“-Regel.

Da bleibt nur zu hoffen, dass man nie in eine solche Konstellation gerät und wenn doch, dass sich aus keiner Grundlage etwas bildet worauf man aufbauen kann.

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