Deutsche Bahn Krisenmanegement: „Alte Wildsäue verstopfen ganz sicher die Toiletten“

Wenn es darum geht eine Krise zu managen, bzw. besser gesagt: das Beste daraus machen, versagt die Deutsche Bahn auf ganzer Linie. Das durfte ich heute mal wieder feststellen.


Am Mönchengladbacher Hauptbahnhof erfahren mein Kollege und ich zunächst, dass unser Zug nach Duisburg nicht fährt. Eher beiläufig erfahren wir auch den Grund dafür: Irgendwo wauf der Strecke gab es einen Unfall. Die Strecke ist gesperrt.

Am Hauptbahnhof ist genau ein Mitarbeiter, der den Leuten erklärt, wie sie ersatzweise nach Neuss kommen. Um ihn herum eine Menschenmasse, wie zur Sommerzeit im Freibad vor dem Eisverkäufer. Nicht nützlich.
Trotzdem bringen wir irgendwie in Erfahrung, dass von Viersen aus ein Schienenersatzverkehr nach Krefeld fährt, von wo wir weiter nach Duisburg kommen. Unsere Anschlussverbindung ist natürlich hinfällig also muss sich mein Kollege telefonisch um eine Umreservierung der Sitzplätze kümmern. Keine Tischplätze mehr möglich aber die Reservierung sei kein Problem, müssten wir dann nur am Automaten ausdrucken.

In Viersen treffen wir auf einen DB-Mitarbeiter, der da steht um den Kunden zu helfen aber selbst nicht Bescheid weiß. Die Fahrgäste klären ihn erst mal auf, dass von hier aus ein Schienenersatzverkehr nach Duisburg fahren soll, was die über seinem Kopf schwebende Glühbirne anscheinend zum Leuchten bringt. Jedenfalls führt er uns dann zu den Bussteigen, von wo der Ersatzbus mutmaßlich abfährt.
Der Bus ist intelligenterweise nur mit „E“ beschildert, was bei uns und den anderen Fahrgästen Zweifel daran aufkommen lässt, dass es der richtige Bus ist. Wir lassen es aber drauf ankommen.
Der Bus ist völlig überfüllt, manche Leute (einschließlich mir) finden gerade eben noch so Möglichkeiten sich fest zu halten. Auf der Autobahn bekommen wir dann schon ein bisschen Angst aber wir kommen dennoch nach einiger Zeit in Krefeld an.

In Krefeld fährt laut Plan ein Zug nach Duisburg auf Gleis 4. Die „Railnavigator“-App sagt jedoch, dass dieser ausfällt und wir dackeln zu Gleis 3, wo der nächste Zug fahren soll, denn es deutet nichts darauf hin, dass es anders sein könnte. Kaum am Gleis angekommen, erfahren wir dann, dass der Zug heute ausnahmsweise von Gleis 4 fährt. Also dackeln wir wieder zurück.

Im Zug ereilt uns die nächste Nachricht: Der Zug wird heute außerplanmäßig an jeder Milchkanne halten. Wir bekommen etwas Zweifel, dass wir den nächsten Anschluss bekommen, als der Zug dann auch noch mit vier Minuten Verspätung abfährt. Bei 11 Minuten Umsteigezeit könnte das auf jeden Fall unsere Kondition fordern.
Wir kommen aber just in time in Duisburg an, um am Automaten festzustellen, dass es keine Reservierung gibt. Danke liebe Bahn, für den „guten“ Service.

Egal – Wir haben Glück und finden Plätze. Sogar einen Fensterplatz mit Steckdose. Und auf der Toilette entdeck ich dann etwas, was meine Laune ein bisschen aufbessert:

wildsaeue.jpg

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